Stefan Ochs Wettermail - Di 05.06. 01:26

Wetter - die Gewitterwahrscheinlichkeit nimmt nur zögerlich zu

Hallo,

die neuesten Prognosen sind bezüglich der Gewitter ab Mittwoch / Donnerstag deutlich zurückhaltender geworden. Es könnte also durchaus noch einige Tage überwiegend heiter und 30 Grad heiß bleiben. Eine durchgreifende Wetteränderung ist frühestens zu Beginn der nächsten Woche zu erwarten, denn ab da können atlantische Tiefausläufer übergreifen.

Seit über zwei Monaten sind die Temperaturen bei uns deutlich über dem Durchschnitt. Die globalen Auswertungen zeigen ein gemischtes Bild mit außergewöhnlich kalten Zonen in Ostkanada und im Uralgebiet. Bei dem langen Anhalten der ungewöhnlichen Wetterlage gibt es eben temperaturmäßig Gewinner und Verlierer.

Wetterochs

Stefan Ochs Wettermail - Mo 04.06. 16:09

Hallo!

Bis mindestens Sonntag liegen wir in einer sehr warmen und feuchten Luftmasse mit Temperaturmaxima nahe 30 und -minima um 14 Grad. Dabei herrschen in Mitteleuropa nur sehr geringe Luftdruckunterschiede. Aber bei der Frage, wo sich Schauer und Gewitter bilden, geben eben genau diese Mini-Unterschiede den Ton an. Morgen am Dienstag ist der Luftdruck über Baden-Württemberg 1-2 hPa niedriger als bei uns. Daher strömen die Bodenwinde dort zusammen, die Luft steigt auf und es bilden sich dort (und nicht bei uns) Gewitter. Bis Donnerstag wird sich dann der tiefste Druck zu uns verlagern. Daher bekommen wir am Mittwoch doch schon öfter und am Donnerstag dann verbreitet Schauer- und Gewitter, wobei auch die Gefahr von Unwettern mit örtlichen Überflutungen gegeben ist. Ab Freitag geht es dann wohl eher wieder in Richtung Stabilisierung.

Aber wir reden hier nur von sehr kleinen Luftdruckveränderungen in der Größenordnung von 1-2 hPa. Wenn derartige Nuancen eine Rolle spielen, deutet das natürlich auf eine eher unzuverlässige Prognose hin. Überhaupt fühlt man sich derzeit als fränkischer Meteorologe in die Tropen versetzt. In den Tropen ist nämlich die Corioliskraft vernachlässigbar klein, die Luft strömt direkt vom hohen zum tiefen Luftdruck und es können sich nur geringe Luftdruckunterschiede aufbauen. Außerdem gibt es dort keine unterschiedlichen Luftmassen, also keine Kalt- oder Warmfronten. Daher betrachtet man auf den Wetterkarten in den Tropen die Windrichtung und nicht den Luftdruck. Dort wo die Bodenwinde konvergieren (zusammenströmen) steigt die Luft auf und es ist mit der Bildung von Gewittern zu rechnen. Die Wettervorhersage konzentriert sich dabei auf die Frage, wo sich diese Konvergenzzonen (meist Konvergenzlinien) hinbewegen. Dort wird es nämlich als nächstes regnen.

Diese Wetterlagen mit den geringen Luftdruckunterschieden sind im Mai und in der ersten Junihälfte bei uns nicht ungewöhnlich. Erfahrungsgemäß erfolgt spätestens im Laufe der zweiten Junihälfte der Übergang zu einer normalen Westwetterlage, wenn sich das Subtropenhoch auf den Mittelmeerraum ausgedehnt hat und die Temperaturen südlich von uns deutlich höher liegen als nördlich von uns. Denn nichts anderes bedeutet ja eine Westwetterlage: Dass es im Süden wärmer ist als im Norden.

Wetterochs


 



Wetterochs Wettermail
Das Wetter im Einzugsgebiet der Regnitz - kostenlos und aktuell

Bitte beachten Sie beim Einkaufen meine Werbepartner-Links.

Den Einkauf bei Amazon starten Sie direkt hier.

Eintragen in den Verteiler der Wettermail und Löschen aus dem Verteiler der Wettermail:
abo.wettermail.de

Oder zum Anmelden/Abmelden eine leere E-Mail senden an:
start@wettermail.de
bzw.
stop@wettermail.de